Gestalttherapie Trauma und Polyvagaltheorie

Es gibt kaum eine Therapieform die geeigneter wäre, die Erkenntnisse der Polyvagaltheorie in die Praxis umzusetzen als die Gestalttherapie. Dabei geht es an dieser Stelle nicht um die Integration einer neuen Theorie in die Gestalttherapie, sondern um die Schaffung einer Verständnisgrundlage, wie im gestalttherapeutischen Prozess gezielt mit autonomen Körperreaktionen gearbeitet werden kann. Gerade beim erlebnisorientierten Vorgehen der Gestalttherapie sind diese autonomen Körperreaktionen häufig zu beobachten und begleiten Kontaktunterbrechungen oder sind sogar deren Ursache.

Die Polyvagaltheorie stellt ein Theoriegebäude bereit, vor dessen Hintergrund es möglich ist, autonome Körperreaktionen, die im Zusammenhang mit der Arbeit an traumatischen Situationen auftreten, in ein Erklärungsmuster einzubetten. Insbesondere in der Arbeit am Trauma, aber auch bei anderen seelischen Themenstellungen, sind es zum einem nicht unerheblichen Teil die unwillkürlichen Reaktionen des autonomen Nervensystems, die in der Folge zu massiven Schwierigkeiten der Affektkontrolle, Angst- und Panikattacken, Flashbacks, Depressionen, psychosomatischen Problemen und dissoziativen Symptome führen. Betroffene sind diesen organismischen Reaktionen hilflos und ohnmächtig ausgeliefert. Diese auf Dysregulation des autonomen Nervensystems basierenden Symptome treten nicht nur im Alltag, sondern meist in etwas abgeschwächter Form auch in Therapiesitzungen auf, wo sie sich häufig im Zusammenhang mit Kontaktunterbrechungen zeigen. Werden Betroffene an diesem Punkt bei der Regulation ihrer organismischen Reaktionen unterstützt, kann sich dies sehr förderlich auf den gestalttherapeutischen Prozess und die Integration traumatischer Inhalte auswirken.

Organisatorisches

Format: Die Fortbildung ist als Workshop konzipiert. Es werden die Grundlagen der Polyvagaltheorie erläutert, die dann in praktisches Handeln umgesetzt werden. Dies geschieht in Form von Demonstrationen und der Arbeit in Triaden.  Es besteht auch Raum für die Supervision eigener Fälle. Die Fortbildung gliedert sich in 2 Teile. Jeder dieser Teile findet an jeweils 4 aufeinanderfolgenden Tagen statt.
Dauer: 48 Stunden
Voraussetzungen: Erfahrung als Gestalttherapeut_in und die Bereitschaft sich mit eigenen traumatischen Erfahrungen zu befassen.
Anzahl Teilnehmer_innen: max. 9
Ort: Seminarhaus in den Voralpen
Termin: Ende 2020 (abhängig von der weiteren Entwicklung)
Kosten: 1500 € zzgl. Fahrtkosten, Unterbringung und Verpflegung. 

Weitere Details gerne auf Anfrage