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Traumatherapie mit Paaren

Traumatische Erfahrungen werden häufig durch andere Menschen verursacht. Sie wirken sich häufig in Form von maladaptiven Bindungs- und Beziehungs­mustern aus. Wann im Leben eines Menschen diese traumatischen Erfahrungen gemacht wurden, ist entscheidend für die Ausprägung der Schwierigkeiten. Besonders schwerwiegend, weil sie die Persönlichkeitsentwicklung massiv beeinflussen, sind traumatische Beziehungs- und Bindungserfahrungen in der frühen Kindheit.

Vor allem Säuglinge und Kleinkinder sind sehr vulnerabel in Bezug auf traumatisches Erleben. Die Bindungserfahrungen, die hier gemacht werden, spielen sich sehr stark auf einer körperlichen Ebene ab und werden auch später in Form von Körperempfindungen erinnert. In den ersten Lebensjahren gibt es noch kein biografisches Gedächtnis, und so entziehen sich diese Empfindungen häufig einer Deutung. Es bleibt den Betroffenen vielfach unverständlich, warum sie in Beziehungssituationen mit so extremen Emotionen und körperlichen Symptomen reagieren, die sie nicht kontrollieren können. Es sind gerade nahestehende Menschen und intime Beziehungen, die traumatische Beziehungs­erfahrungen aktivieren können. Das ist in vielen Paarbeziehungen ein Problem.

 Diese Problematik wird häufig dadurch verschärft, dass die Bindungsmuster vieler Paare sich dysfunktional ergänzen. Beide Partner können wechselseitig das Muster des bzw. der anderen auslösen. Oft scheint dies geradezu die Grundlage der Beziehung zu sein, einer Beziehung, die zwar leidvoll erlebt wird, bei der aber die Angst vor einer Trennung überwiegt. Diese überwältigende Angst sorgt immer wieder dafür, sich entweder nicht zu trennen oder sich nach kurzer Trennung rasch wieder zu versöhnen. Harmlos scheinende Situationen entwickeln sich in vielen dieser Beziehungen blitzschnell zu emotionsgeladenen Krisen, welche die Paare in ihrer destruktiven Dynamik dann überfordern. In dieser Situation ist es für manche Paare sehr schwierig, regulierte Zustände herzustellen, da beide wechselseitig immer wieder die negativen Beziehungs­erfahrungen des anderen auslösen. 

Es liegt aber auch eine Chance in dieser Dynamik, wenn es Paaren gelingt, mit ihren Mustern zu arbeiten. Es sind gerade nahestehende Menschen, die Muster, die durch Verwundungen entstanden sind, verändern können. Es besteht in Partnerschaften die Möglichkeit einer neuen Beziehungserfahrung. Dafür ist es aber erforderlich, dass beide Partner lernen, die eigenen wie auch die Muster des anderen zu erkennen und sowohl sich selbst regulieren zu lernen, als auch für das Gegenüber in Sinne einer Co-Regulation verfügbar zu sein.

Wichtigster Grundsatz ist es, Paargespräche nicht in dysregulierten Zuständen zu führen. Dysregulierte Zustände werden sich zwar nicht vermeiden lassen, daher müssen beide Partner im Laufe der Gespräche Strategien erlernen, die eine Regulation wieder ermöglichen. Im Falle von nicht regulierten Zuständen sind Gespräche so lange zu unterbrechen, bis sich Regulation wieder eingestellt hat, um danach das Gespräch fortzusetzen.

Weitere Informationen können sie der Publikation "Gestalttherapie, Trauma und Polyvagaltheorie - Arbeiten mit autonomen Körperreaktionen" oder dem Ausschnitt eines Vortrages zur Polyvagaltheorie entnehmen.